# EU AI Act für Unternehmen: Pflichten & Fristen

> Einführung des EU AI Act: Risikoklassen, Übergangsfristen, Bußgelder und praktische Schritte zur KI-Governance für Unternehmen.

Aktualisiert: 2026-09-08 · Quelle: https://www.nexifyai.cloud/wissen/eu-ai-act-unternehmen-pflichten

Der EU AI Act (KI-Verordnung, (EU) 2024/1689) trat am 1. August 2024 in Kraft und gilt direkt in allen Mitgliedstaaten (Volltext: https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2024/1689/oj). Die Verordnung stuft KI-Systeme nach Risikoklassen ein und verpflichtet Entwickler und Anwender, je nach Kategorie spezifische Anforderungen zu erfüllen. Für Unternehmen heißt das: Wer künstliche Intelligenz einsetzt oder vertreibt, muss jetzt Transparenz, Datenqualität und menschliche Kontrolle sicherstellen – oder im Zweifel sein System überarbeiten.

Die meisten Unternehmen sind nicht direkt von den strikten Verboten für praktiken nach Artikel 5 betroffen, die ab 2. Februar 2025 gelten. Diese Kategorie umfasst manipulatives Verhalten, Ausnutzung von Schwachstellen sowie Social Scoring. Relevant sind jedoch viele Geschäftsprozesse, etwa Personalentscheidungen oder Chatbots. Ein KI-System für Recruiting gilt nach Anhang III als Hochrisiko-System, sobald es zur Auswahl von Bewerberinnen und Bewerbern eingesetzt wird. Dann greifen die umfassenden Hochrisiko-Pflichten ab 2. August 2026 (Fristen gemäß Artikel 113 der Verordnung).

Zu den Pflichten für Hochrisiko-Systeme gehören ein Risikomanagement per Datenqualität, Protokollierung und klarer menschlicher Aufsicht. Dazu kommen Informations- und Transparenzpflichten gegenüber Nutzerinnen und Nutzern. Für einfachere KI-Anwendungen wie Chatbots gilt bereits ab 2. August 2025, dass sie sich als KI ausweisen müssen (Artikel 50). Bereits Anfang Februar 2025 müssen Anbieter außerdem KI-Kompetenz bei ihren Teams aufbauen (Artikel 4). Praktisch heißt das: Sensibilisierung und Schulung gehören jetzt zur Pflicht.

Verstöße können teuer werden: Für verbotene Praktiken drohen Bußgelder bis zu 35.000.000,00 EUR oder 7 % des globalen Jahresumsatzes; für andere Pflichten bis zu 15.000.000,00 EUR beziehungsweise 3 % des Umsatzes (Artikel 99). Die Höhe ist für KMU begrenzt, dennoch können Strafen existenzbedrohend wirken. Hinzu kommt das Risiko von Haftungsansprüchen zivilrechtlicher Natur. Unternehmen sollten deshalb frühzeitig handeln und KI-Governance als Teil der Compliance-Strategie verankern.

NeXify AI unterstützt Sie hierbei mit strukturierten [KI-Audits](https://www.nexifyai.cloud/audit), die bestehende Systeme anhand der Vorgaben des EU AI Act analysieren. Ab nur drei Arbeitstagen kann ein [KI-Begleiter](https://www.nexifyai.cloud/leistungen/ki-begleiter) Ihre internen Abläufe begleiten, während wir gemeinsam die konkreten Handlungsschritte festlegen. Ein KI-Audit dient nicht nur der Bestandsaufnahme, sondern auch der Risikoklassifizierung. Sprachlich verständlich bereiten wir die Regelungen auf – von der Dokumentation bis zur Umsetzung im betrieblichen Alltag (siehe [Leistungen](https://www.nexifyai.cloud/leistungen)).

## Häufige Fragen

**Betrifft der EU AI Act auch mein kleines Unternehmen?**

Ja, der EU AI Act gilt für alle Unternehmen, die KI-Systeme in der EU bereitstellen oder verwenden – unabhängig von der Größe. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erhalten jedoch Erleichterungen, etwa bei Dokumentationspflichten im QMS-Format oder verlängerten Fristen in bestimmten Fällen. Die Verordnung sieht zudem Muster und Maßnahmen vor, um die Belastung für KMU zu begrenzen (Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, Link: https://www.bmwk.de).

**Muss ich mein KI-System zertifizieren lassen?**

Eine generelle Zertifizierungspflicht besteht nicht. Für Hochrisiko-Systeme nach Anhang I und III muss jedoch – je nach Einsatzbereich – vor der Inbetriebnahme eine Konformitätsbewertung durchgeführt werden. Je nach Art des Systems ist dafür manchmal eine Benannte Stelle einzubeziehen (Artikel 43, 44 der KI-Verordnung). Diese Bewertung prüft Transparenz, Datenmanagement und Sicherheit. Ein unabhängiges Audit wie das von NeXify hilft, Lücken vor der formellen Prüfung zu schließen – externe Gutachten sind dabei nicht Teil der rechtlichen Zertifizierung, da es sich um eine konkrete Rechtsfrage handelt.

**Was muss ich tun, wenn meine KI unter die Verordnung fällt?**

Schritt eins: Identifizieren Sie den Anwendungsfall und ordnen Sie die Risikoklasse ein. Nehmen Sie dazu das Regelwerk selbst oder nutzen Sie einen KI-Begleiter. Schritt zwei: Implementieren Sie die erforderlichen technischen und organisatorischen Maßnahmen. Schritt drei: Dokumentieren Sie alles, einschließlich Logs und Datenquellen. Ab Februar 2025 gilt zudem die Pflicht zur KI-Kompetenzschulung für Ihr Personal. NeXify unterstützt Sie dabei mit pragmatischen Lösungen – wir begleiten den Prozess von der Klassifizierung bis zur Schulung.

## Kurzantworten

### Welche Risikostufen definiert EU AI Act?

Unternehmen ordnen ihre KI-Systeme zunächst anhand von drei Hauptkategorien ein: „verbotene“ Praktiken (unannehmbares Risiko), „Hochrisiko-Systeme“ mit strengen Anforderungen und „limitiertes Risiko“ mit Transparenzpflichten. Praktisch nicht einstuft werden minimal riskante Systeme wie Ferversprachen. Beispiele: Social Scoring ist verboten (Artikel 5); KI für Diagnosen, Personalauswahl oder Zulassungsverfahren gehört zu Hochrisiko (Anhang III); Chatbots und Deepfakes fallen unter Transparenzregeln (Artikel 50). Quelle: Verordnung (EU) 2024/1689.

### Welche Pflichten gelten bereits ab Februar 2025?

Ab 2. Februar 2025 müssen Organisationen alle KI-Systeme mit verbotenen Praktiken aus dem Verkehr ziehen. Gleichzeitig schreibt Artikel 4 vor, dass alle betroffenen Firmen dafür sorgen müssen, dass ihr Personal über ein angemessenes Maß an KI-Kompetenz verfügt. Das gilt für Entwickler, Betreiber und Anwender. NeXify bietet zu diesem Zweck Workshops und begleitete Audits an, die Unternehmen dabei helfen, die neuen Rechtslagen umzusetzen – inklusive der Dokumentation, die bei Kontrollen vorgelegt werden kann (siehe [Kontakt](/kontakt)).

### Wie bereiten Sie sich am besten auf den EU AI Act vor?

Empfehlenswert ist, bereits jetzt ein KI-Inventar anzulegen: Listen Sie alle Tools und Programme, die KI-Funktionen enthalten, samt Antragsteller, Datenquellen und Entscheidungsprozessen. Anschließend wenden Sie die Risikoklassifikation an und priorisieren Maßnahmen. Für Hochrisikosysteme müssen die Anforderungen bis August 2026 erfüllt sein – das klingt lang, aber Zertifizierungen und Implementierungen brauchen oft Monate. Förderungen wie das Bundesförderprogramm mittelständischer Unternehmen unter Bafa-Förderung (bis 80 %, max. 2.800,00 EUR) decken einen Teil der Beratungskosten. NeXify unterstützt Sie als zertifizierter Dienstleister mit einem [KI-Begleiter](/leistungen/ki-begleiter), der die gesetzliche Compliance, aber auch den wirtschaftlichen Nutzen im Blick behält.
